Perspektiven, Netzwerke und Farben


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Schon immer hat mich die Fotografie begeistert. Bereits als Teenager probierte ich verschiedene Kameras aus und fing an, in den Wohnorten und in der Natur umherzustreifen, wo ich interessante Motive suchte. Damals natürlich noch mit Negativ- oder Diafilm. So wurden die Motive erst genauer betrachtet, weil das Material sparsam genutzt werden mußte.

Später hatte ich ab und zu Gelegenheit mit regional bekannten Fotografen zu arbeiten und mich auszutauschen. Dafür war ich immer sehr dankbar, aber zur Ausbildung als Fotografin ist es nie gekommen.
Sicherlich knipse auch ich heute eher experimentell mit dem digitalen Apparat einfach drauflos, aber im Prinzip ist es so geblieben, daß die besten Fotos entstehen, wenn man sich seine Motive eingehend anschaut und sich damit befaßt, bevor man auf den Auslöser drückt. Wie wirkt die Farbe, wo ist der beste Ausschnitt und aus welcher Perspektive kommt das Motiv am besten zur Geltung?
Das Argument, daß man alle Motive wieder löschen kann, wenn sie einem nicht gefallen, trifft die Sache nicht wirklich, und bessere Bilder macht man deswegen auch keine. Also gilt es, den Blick zu schulen, vielleicht auch neue Blickwinkel zu finden. Denn eines ist klar, spätestens seit es Handys mit Kamera gibt, wird grundsätzlich alles fotografiert und Fotos gibt es wie Sand am Meer. Festplattenweise werden Daten gesichert und im besten Falle auch bei Bedarf wieder gefunden, sonst heißt es: "Da hatte ich doch mal... aber wo... oder war das auf dem alten Rechner, der inzwischen kaputt ist?" Je mehr Fotos man speichert, umso weniger Lust hat man, diese nach langer Zeit wieder zu betrachten, der eigenen Massenproduktion gerecht zu werden. Nicht in den seltensten Fällen kommt es sogar so weit, daß sie ganz in Vergessenheit geraten.
Das hat mich dazu gebracht, die Highlights aus den vielen Aufnahmen zu suchen, sie zu bearbeiten und auch einige zu drucken und aufzuhängen. Um der Sammlung eine Linie zu geben, suchte ich Themen für die Fotos. Daraus ergaben sich die Serien Perspektiven, Netzwerke und Farben. Meine schönsten Motive bietet mir letztlich immer wieder die Natur mit ihrer Vielfalt an stimmungsvollen Farben und kontrastierenden Formen aus der Pflanzen- und Tierwelt. Es darf üppig und bunt sein, gerne auch mit einem Hauch an Exotik. Ebenfalls interessiert mich Architektur und das Undefinierbare, das ich nicht selten in banalsten Dingen finde. Mit der entsprechenden Bearbeitung wird daraus etwas Abstraktes, das auch die Fantasie des Betrachters anzusprechen vermag.